BUSINESS-KNIGGE FÜR AZUBIS: MEHR ALS NUR GUTE MANIEREN

In unserer ersten Onboarding-Woche stand ein Business-Knigge-Training auf dem Plan – und zwar nicht nur für unsere neuen Azubis, sondern für uns alle. Ich bin Franziska und mittlerweile im 3. Lehrjahr. Gerade deshalb fand ich den Tag spannend, weil man viele Situationen nach einem Jahr Ausbildung schon aus dem Alltag kennt. Gleichzeitig merkt man aber auch, wie hilfreich es ist, solche Dinge einmal bewusst erklärt zu bekommen. Für unsere neuen Azubis war der Zeitpunkt besonders passend. In den ersten Tagen ist sowieso alles neu: Kollegen, Abläufe, Ansprechpartner und jede Menge Eindrücke. Dazu kommen Situationen, die man aus der Schule so einfach nicht kennt. Wie begrüße ich einen Kunden richtig? Wie verhalte ich mich in einem Gespräch mit meinem Vorgesetzten? Wie schreibe ich eine professionelle E-Mail? Und was mache ich, wenn ich bei einer Präsentation plötzlich nicht mehr weiterweiß? Genau um solche Fragen ging es an diesem Tag.

 

Dinge, die einem am Anfang keiner automatisch erklärt

Wenn man ins Berufsleben startet, denkt man erstmal vor allem an den eigenen Ausbildungsberuf, an neue Aufgaben, Programme, Maschinen oder Abteilungen. Was dabei schnell untergeht: Auch der Umgang mit anderen gehört ganz normal zum Arbeitsalltag dazu. Im 3. Lehrjahr merkt man rückblickend, dass uns so eine Schulung direkt am Anfang wahrscheinlich auch geholfen hätte. Vieles lernt man mit der Zeit automatisch, weil man zuschaut, nachfragt oder bestimmte Situationen selbst erlebt. Trotzdem ist es angenehm, wenn man schon vorher weiß, worauf man achten kann.

 

Der erste Eindruck zählt

Ein großes Thema war der erste Eindruck. Dabei geht es nicht nur darum, was man sagt, sondern auch darum, wie man auftritt. Kleidung, Körperhaltung, Blickkontakt und die eigene Ausstrahlung spielen dabei genauso eine Rolle. Wir haben zum Beispiel darüber gesprochen, ob man offen und interessiert wirkt, wie lange Blickkontakt angenehm ist und welchen Eindruck man bei seinem Gegenüber hinterlässt. 

 

Begrüßen – klingt einfacher, als es ist

Auch beim Thema Begrüßung gab es mehr zu besprechen, als man vielleicht zuerst denkt. Wann gibt man die Hand? Wem gibt man zuerst die Hand? Wie viel Abstand ist bei einem Gespräch angenehm? Und wie stellt man sich so vor, dass man etwas über sich erzählt, ohne sein Gegenüber direkt mit Informationen zu überladen? Gerade am Anfang der Ausbildung können solche Situationen erstmal ungewohnt sein. Da hilft es, wenn man sie vorher einmal gemeinsam besprochen hat.

 

Was mache ich, wenn mein Chef mich zum Gespräch einlädt?

Besonders hilfreich waren die Beispiele aus dem Arbeitsalltag. Zum Beispiel die Situation, dass der Vorgesetzte einen zu einem Gespräch einlädt. Wie früh sollte ich da sein? Warte ich vor dem Büro? Klopfe ich direkt? Und wie verhalte ich mich während des Gesprächs? Wenn man schon länger in der Ausbildung ist, macht man sich darüber irgendwann gar keine Gedanken mehr. Im ersten Lehrjahr ist das anders, weil viele dieser Situationen zum ersten Mal auftauchen.

 

E-Mail ist eben nicht WhatsApp

Natürlich ging es auch um Telefonate und E-Mails. Wir haben uns angeschaut, worauf man bei einer professionellen E-Mail achten sollte und warum typische Abkürzungen aus Chats dort eher nichts verloren haben. Auch beim Telefonieren gibt es ein paar Dinge, die Sicherheit geben können: freundlich melden, deutlich sprechen und wissen, wie man ein Gespräch passend beginnt und beendet.

 

Und wenn bei der Präsentation plötzlich der Kopf leer ist?

Auch Präsentationen waren ein Thema. Was mache ich, wenn mir mitten im Vortrag ein Wort nicht mehr einfällt? Oder wenn nach der Präsentation eine Frage kommt und ich die Antwort einfach nicht weiß? Dabei ging es vor allem darum, ruhig zu bleiben und sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Man muss nicht auf alles sofort eine perfekte Antwort haben.

Auch im 3. Lehrjahr nimmt man noch etwas mit

Der Tag bestand nicht nur aus Zuhören. Wir haben in Gruppen gearbeitet, gemeinsam diskutiert und uns mit typischen Situationen aus dem Berufsalltag beschäftigt. Dabei ging es auch darum, wie wir selbst auf andere wirken, was von uns als Azubis erwartet wird und wie ein respektvoller Umgang mit Kollegen, Kunden und Vorgesetzten aussieht. Genau deshalb war der Tag nicht nur für die neuen Azubis sinnvoll. Auch wenn man schon länger dabei ist, schadet es nicht, das eigene Auftreten nochmal zu hinterfragen. Für die Azubis im 1. Lehrjahr war das Training besonders hilfreich, weil viele dieser Situationen in den nächsten Wochen und Monaten zum ersten Mal auf sie zukommen werden. Und wenn man dann schon ein bisschen weiß, worauf man achten kann, fühlt man sich direkt sicherer.

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